Archiv für August 2008

Auszeit

So mancher mag es ja schon gemerkt oder anderweitig mitbekommen haben: Dieses Blog liegt mehr oder weniger brach, nur selten verirrt sich in der letzten Zeit mal wieder ein neuer Beitrag auf die vorderste Seite. Woran das liegt, habe ich im letzten Beitrag bereits erläutert, kaum Zeit und wenn dann doch mal ein kleines Plus auf der Haben-Seite steht, gibt es nichts spannendes zu erzählen. Ich will mich nicht beschweren, dass zu wenig los wäre, aber es gibt dann doch das ein oder andere, was nun nicht unbedingt im Netz verewigt werden muss, nur damit mal wieder was von mir zu hören ist.

Ich werde auf jeden Fall vorerst aus obengenannten Gründen mal eine Pause einlegen, was das Bloggen angeht, vor allem auch, da mir ohne bisher nicht viel gefehlt hat. Wieso sollte ich mich also zu etwas zwingen, was ich nicht nötig habe? Und eventuell, vielleicht, möglicherweise, finde ich ja den Weg zurück, bekomme das Verlangen, wieder kräftig in die Tastatur zu hauen und die Welt mit meinen literarischen Versuchen zu „beglücken“.

Euch Lesern auf jeden Fall viel Spaß beim Entdecken des Netzes oder vielleicht dem sinnvollen Nutzen der nun freigewordenen Zeit ;)

Keine Zeit

Dr. Ring-DingObwohl mein Zivildienstplatz nicht der fordernste ist, weiß ich doch jetzt nach etwas mehr als einer Woche eins ganz genau: Archivarbeit in welcher Art auch immer ist nichts für mich. Vor allem nicht bei den momentanen Temperaturen und Luftverhältnissen, die die eh schon nicht ganz so gute Luft in den Gängen noch unerträglicher machen. Kein Wunder, dass man da nach 8 Stunden etwas komisch, müde und kaputt ist. Das ist mitunter einer der Gründe, wieso ich mich in letzter Zeit etwas mit Beiträgen hier zurückhalte. Kaum bin ich zu Hause angekommen, ist noch Zeit für einen kleinen Imbiss, dann steht irgendwas anderes an und ehe man sich versieht ist schon das Abendessen vorbei und die Müdigkeit überwältigend. Meine effektive Zeit im Netz und vor dem Rechner beträgt im Mittel die letzten Tage weit unter einer halben Stunde, dass da dann für das Blog nicht mehr so viel Zeit bleibt, dürfte klar sein…

Heute ist da allerdings mal eine Ausnahme, da dass „Tagesprogramm“ mehr oder weniger flachgefallen ist und ich so mal wieder ein bisschen Zeit für mich habe. Allerdings hält sich der Anteil dessen, was es zu erzählen gibt, stark in Grenzen, da ein Archivarbeiterleben einfach alles andere als spannend ist. Eher eintönig und monoton, aber darüber habe ich mich ja schon beim letzten Mal beschwert und ich bin immer noch selbst dran Schuld…

Ansonsten, und um auf das Bild einzugehen, habe ich das letzte Wochenende äußerst genossen, da ich dem Archivmief entfliehen konnte und die Möglichkeit hatte, mich unters Volk zu mischen. Was bleibt einem auch anderes übrig, wenn man zusammen mit 12.000 Leuten vor einer Bühne steht und Musik hört? Die Rede ist vom Reggae Jam, der dieses Wochenende stattfand und zu dem ich direkt nach Feierabend am Freitag aufgebrochen bin. Leider habe ich meine Kamera vergessen, weswegen bildlich keinerlei Andenken existiert, aber ihr dürft mir glauben, dass es unglaublich Spaß gemacht hat, nicht nur dank der guten Musik und der entspannten Stimmung sondern auch wegen den netten (und teilweise einfach nur schrägen) Leuten. Das einzige, was das geniale Wochenende getrübt hat, ist das immer weiter anwachsende Schlafdefizit, aber das wird sicher auch noch irgendwann abgearbeitet…

Farce

Heute musste durfte ich mich zur Einstellungsuntersuchung für den Zivildienst begeben. Zuerst durfte ich dazu durch die ganze Stadt einmal von Süden nach Norden mit dem Bus fahren, was dank Verspätung knappe 50 Minuten gedauert hat. Endlich beim Arzt angekommen hieß es erst mal Schlange stehen, das war schlimmer als in einem Supermarkt zur Haupteinkaufszeit. Endlich einmal bei der Anmeldung angelangt und das Sprüchlein aufgesagt gab es nahezu kommentarlos einen Becher der schnell von Hand mit dem Namen beschriftet wurde. „Urinprobe, Toiletten sind da hinten, beim Waschbecken ist eine Durchreiche, da stellen sie das rein wenn sie fertig sind.“ Ja, warum eigentlich auch nicht. Auf der Toilette ging der Spaß dann weiter, es herrschten Zustände wie man sie sonst nur gerüchteweise von Frauentoiletten während Theater-/Konzert-/Kinopausen gewohnt ist. Zwei Toiletten für gefühlte 50 Leute, die alle ihre Urinprobe abgeben sollten.

Da kam mir zu ersten Mal der Gedanke, dass der Arzt nichts anderes macht, als Zivildienstleistende auf ihre Tauglichkeit zu untersuchen, ich habe mich wie Schlachtvieh in einem überfüllten Mastbetrieb gefühlt. Nachdem dann endlich das Becherchen gefüllt war und seinen Weg durch die Durchreiche gefunden hatte durfte ich mir einen Platz im vollkommen unterdimensionierten und überfüllten Wartezimmer erkämpfen. Mir kamen Bilder von Geflügelaufzuchten in den Sinn, wo Millionen von Tieren auf engstem Raum zusammengepfercht werden. Die Wartenden mussten teilweise stehen oder auf den nicht sonderlich vertrauenserweckenden Kinderstühlen Platz nehmen. Hier habe ich dann auch zum ersten Mal eine andere Gattung außer den Zivildienstleistenden kennengelernt. Es kommen also doch auch normale Menschen zu diesem Arzt. Nur… wieso tun sie sich das an?

Nach der Ankunft im Zwischenlager hieß es dann erst einmal Zeit vertreiben. Immerhin lagen einige interessante Zeitschriften aus, der Mann weiß wohl recht gut über seine Patienten Bescheid, denn anders als sonst bei Ärzten üblich lagen da weder „Die Bunte“, „Frau im Spiegel“ oder was weiß ich da rum, sondern ausnahmslos Auto-/Fußball- und sonstige Sportzeitschriften. Zivildienstuntersucher halt…

Das warten wurde durch einen kurzen Aufruf unterbrochen: Auf zur nächsten Verarbeitungsstufe, Sehtest, Blutdruck prüfen lassen und zwei lapidare Fragen nach dem Beruf und der Größe beantworten. Man wurde nicht mal gemessen sondern musste seine Größe selbst angeben, Fließbandarbeit nach Maß, hauptsache, das Wartezimmer wird leer. Als ich natürlich zurück in selbiges kam, war mein Platz weg und ich durfte der Stehlampe Gesellschaft leisten. Wie nutzt man die Zeit am Besten? Genau, in dem man ausführlichst eine Karte über die Zeckengefahrengebiete in Deutschland und Europa studiert. Um ehrlich zu sein ist davon allerdings nicht viel hängen geblieben, da immer auch die Sitzplätze im Auge behalten werden wollten, wenn man einen der gerade freigewordenen ergattern wollte. Höchste Konzentration war da gefordert in diesem wahnsinnig intensiven Konkurrenzkampf, mit natürlicher Selektion hatte das schon nichts mehr zu tun.

Die finale Abschlussuntersuchung beim Arzt selbst war dann noch lächerlicher als die kurze Unterbrechung vorher. Ein Fragebogen, der in einem Affenzahn abgearbeitet wurde: „Nehmen sie Drogen/Alkohol/Medikamente/…“ – „Nein (mindestens fünfzehnmal wiederholt)…“ „Gut, dann sind sie gesund und berechtigt, Zivildienst zu leisten, auf Wiedersehen“. Dieses Wiedersehen kann ich mir sparen, ich bin nicht scharf darauf, noch einmal in diese Fließbandklinik zu gehen, in der Zeit alles ist. Der Mann hat mir nicht mal richtig in den Mund geleuchtet, um dadrin was zu erkennen, nachdem er mir diesen alten Eisstiel oral eingeführt hat…

Insgesamt war ich mit Fahrt und allem gute 3 Stunden unterwegs, die effektive „Untersuchungszeit“ hat hingegen höchstens 5 Minuten gedauert. Danke für diesen versauten Vormittag…

Noch 269 Tage

Diese Angabe ist wie immer ohne Gewähr, allerdings haut sie in etwa hin. Womit es hinhaut? Mit der Dauer meines Zivildienstes, dessen ersten Arbeitstag ich heute hinter mich gebracht habe. Auch wenn ich bereits seit dem 1. dieses Monats schon im Dienste des Staates stand, so war heute doch der erste Arbeitstag. Eine nette Geste von Vater Staat, mir noch ein Wochenende Ruhe vor dem Sturm zu gönnen.

Was allerdings den Sturm selbst angeht, ist er eher mit einem lauen Lüftchen zu vergleichen. Aber ich bin selbst Schuld, ich wusste ja im Voraus, was da auf mich zu kommt, musste ich doch sogar eine Erklärung unterschreiben, in der ich versichern musste, über die Monotonie meiner Arbeit infomiert worden zu sein. Trotzdem kann ich mich eigentlich nicht beklagen, auch wenn ich mich erst wieder an das Frühaufstehen gewöhnen muss. Müde ich bin, an Schlaf es mir mangelt, weswegen ich her jetzt einfach mal Schluss mache. In den nächsten Tagen wird es vielleicht mehr zu hören geben…

Pacman

Wer hat heute morgen so ab etwa 1030 etwas von der partiellen Sonnenfinsternis mitbekommen? Viele waren es nämlich wohl nicht, wie ich bis jetzt feststellen musste, die meisten wussten nicht einmal, dass heute irgendetwas da oben passiert ist. Gut, der Mond hat sich zwar gute 2 Stunden vor unser aller Lichtquelle geschoben, allerdings nur teilweise. Für eine merkliche Abschwächung des Lichtes hat es kaum gereicht und natürlich musste man das Glück eines wolkenfreien Himmels haben, um überhaupt etwas zu sehen. Für eine komplette Sonnenfinsternis musste man dann auch noch sehr weit in den Norden reisen, zum Beispiel nach Nowosibirsk.

Oben mal ein Bildchen von dem Spektakel für alle, die es verpasst haben. Irgendwie hatte das ganze was von Pacman…


Die Quellen sowie die Lizenzen der hier verlinkten Bilder lassen sich durch einfaches klicken auf das jeweilige Bild in Erfahrung bringen

a