Schon wieder ein Filmreview? Ja, da ich liebenswürdig dazu gezwungen wurde, doch mit in die gestrige Sneak Preview zu kommen. Und so selten ich auch sonst ins Kino gehe, momentan häuft es sich ein bisschen was zumindest den Vorteil hat, dass die Kategorie Kino endlich auch mal ein bisschen Futter bekommt. Bevor ich dann aber anfange, möchte ich noch kurz einen Prolog einschieben.
Auf dem Weg zum Kino kam uns ein ehemaliger Schulkamerad (auch wenn die Formulierung stimmt, ist es komisch, so kurz nach dem Abitur diese Wortkombination in den Mund zu nehmen) entgegen. Erste Reaktion von ihm:“Na, geht’s zum Fußball gucken?“ Die Tatsache, dass es sich bei dem einzigen in Frage kommenden Spiel um die Partie Griechenland gegen Schweden handelte, die nicht wirklich Unterhaltungswert verspricht, lasse ich jetzt mal bei der Beantwortung der Frage außen vor. Wichtiger war doch zu dem Zeitpunkt, dass das Spiel schon eine gute Stunde lief. Also haben wir die Situation geklärt, immerhin gingen wir ja nicht zum Fußball, sondern zur Sneak Preview (Vorpremiere). Der einzige Kommentar dazu:“Ja, da war ich auch schon zweimal drin.“ Wie blöd, was müssen die denn bitte auch jede Woche diese Sneak Preview wiederholen, jeden Dienstag der gleiche Film. Aber dann gleich zweimal reinzugehen? Muss ja ein spannender Film sein, ich war also frohen Mutes. (Kenner sollten wissen, dass man im Voraus nicht weiß, welcher Film vorgeführt wird. Es soll allerdings echt Leute geben, die denken, dass diese ominöse Sneak Preview nichts anderes als ein Film mit eben diesem Namen ist)
Jetzt aber zum Film, selbst. Es handelte sich um „Ein einziger Augenblick“, die Inhaltsangabe klau ich frech bei Wikipedia (wer den Film noch sehen will und nicht unbedingt im Voraus schon Wert darauf legt, die Handlung zu kennen, sollte die nächsten drei eingerückten Absätze ignorieren)
Der Professor Ethan Learner, seine Ehefrau Grace und seine Kinder kehren von einem Konzert heim. Unterwegs halten sie an und der zehnjährige Sohn des Professors Josh wird in einem Verkehrsunfall getötet als er unachtsam eine Straße betritt. Der Fahrer des Autos, von dem Josh überfahren wurde, Dwight Arno, flieht.
Der geschiedene Arno ist unsicher, ob er sich bei der Polizei melden soll, weil er fürchtet, dass er das Erziehungsrecht für seinen Sohn Lucas verliert. Der niedergeschlagene Ethan Learner vernachlässigt seine Familie und sucht den Täter. Er wendet sich zufällig an die Anwaltskanzlei, in der Dwight Arno beschäftigt ist. Arno wird der Fall Learners übergeben. Währenddessen lernt die Tochter der Learners, Emma, Klavierspiel bei der Ex-Ehefrau von Dwight Arno, Ruth Wheldon.
Learner identifiziert Arno als den Fahrer des Unfallwagens und greift zur Schusswaffe.
Den Kommentar werde ich bewusst kurz halten, eigentlich kann ich den in einen einzigen Satz fassen. Kurz gesagt zeigt der Film die gesamte Bandbreite des Wirrwarrs menschlicher Gefühle so wie die Inkonsequenz des Handelns jedes Einzelnen. Was einem aber spätestens nach dem Film klar sein sollte, womit ich noch mal den Titel aufgreifen möchte, ist die Tatsache, dass ein einziger Augenblick im Leben reicht, um selbiges komplett umzukrempeln und durcheinanderzuwerfen. Im Falle des Films verständlicherweise im negativen Sinne, eine Familie, die am Tod ihres Sohnes fast zerbricht und einen Täter, der mit seinen Schuldgefühlen zu kämpfen hat, der dauernd von den Bildern des Unfalls verfolgt wird. Das der Film ohne wirkliches Ende aufhört und die Sache mit der Schusswaffe auch inkonsequent beendet wird, spricht für die, im Gesamtkontext betrachtete, Konsequenz, mit der der Film versucht, dem Publikum die Gefühlswelt der Protagonisten nahezubringen. Leider gelingt das trotz teilweise mehr als guter Schauspielkunst der Hauptdarsteller nicht immer, das Gesamtwerk wird trotzdem glaubhaft an den Mann/die Frau gebracht.
Insgesamt hat mir der Film relativ gut gefallen, auch wenn er nicht unbedingt meinen Geschmack getroffen hat. Die Vorraussage, dass Hulk kommt, hätte mir persönlich besser gefallen, aber der „Großmeister der Sneaks“ (Zitat Michi) sollte dann im Endeffekt doch Recht behalten mit „Ein einziger Augenblick“. Und so schlimm war es dann auch nicht…
Schön zusammengefasst, blöd nur, dass mit das mit Instant Messaging so sauer aufgestoßen ist, dass ich ab diesem Zeitpunkt völlig darauf verzichtet habe den Film ernst zu nehmen.
Für die, die den Film jetzt nicht gesehen haben: Der Vater des verstorbenen Kindes chattet an einigen Stellen des Films mit einem anderen Elternteil dessen Kind durch einen ähnlichen Unfall umkam. Dabei erscheinen die Wörter des Konversationspartners nacheinander auf dem Bildschirm.
What? Ich bin ja wirklich vieles gewöhnt als Kinozuschauer was Computer angeht. Natürlich sind gerade die „Hackerfilme“ auf unterster Schiene, aber gut, aus dramatischem Moment mag ich das ja noch nachvollziehen… Aber in einem solchen Film?! Kommt schon, wo wäre da das Problem gewesen es vernünftig darzutstellen?!
Aber was rege ich mich auf, ansonsten war der Film schon nicht schlecht, leider fehlte mir wohl ein bisschen die Empathie mich darauf einzulassen, trotzdem ein gelungener Film.
Hm, ich fand den Film net so berauschend. Ich finde er bleibt einfach oberflächlich, und mit Ausnahme von Jennifer Connelly spielen die Schauspieler auch nicht übermäßig gut, verglichen mit dem was sie eigentlich könnten.
Und durch die Oberflächlichkeit berührte mich der Film auch einfach nicht besonders, da war „Things We Lost In The Fire“ schon besser, von „Gone Baby Gone“ (Sehr guter Film!) oder gar „Trade“ gar nicht zu sprechen. Um „Trade“ und „Ein Einziger Augenblick“ zu vergleichen, nutz ich einfach mal ein Filmzitat aus einem meiner Lieblingsfilme:
„Es ist nicht die gleiche Liga, es spielt auch nicht im gleichen Stadion, es ist nichtmal der selbe verdammte Sport!“
Btw hast du jez nen neuen Leser (bedank dich bei Michi :X), und: Bin ich der Großmeister der Sneak? XD
@Hoffi:
Sollte ich mich jetzt schämen, weil ich die angesprochenen Filme allesamt nicht kenne? Möglich, dass unter diesen Umständen dann mein Fazit etwas anders ausgefallen wär, aber danke, dass du meine Meinung etwas ojektivierst (gibt es so ein Wort überhaupt? Wenn nein, hoffe ich, dass zumindest klar ist, was ich meine ^^)
Ansonsten: Herzlich willkommen in meiner holden Leserschaft und ja, du bist der Großmeister
Nein musst du nicht, waren bzw. sind alle nicht sonderlich erfolgreich und daher auch nicht besonders bekannt.
Den Film aus dem das Zitat kommt sollte man allerdings kennen