Archiv für April 2008

Ironie

(No) SmokingEs ist schon irgendwie eine Frechheit: Da wird endlich das Wetter draußen mal so richtig schön, mit Sonnenschein, einem lauen Lüftchen und allem, was ein angenehmer Frühling so mit sich bringen sollte und dann geht es einem selbst sau miserabel in Form von Hals-, Bauch- und Kopfschmerzen. Das schöne Wetter, der ganze Spaß, den man haben könnte rückt in weite Ferne und ist nur durch das Fenster zu beobachten. Als es einem dagegen selbst gut ging, hatte das Wetter mehr oder weniger etwas dagegen, dass man raus kam, sei es durch niedrige Temperaturen, Regen oder unangenehmen Wind… Mach ich was falsch oder ist es Petrus, der mich nur mal wieder ärgern will?

Jetzt noch schnell zu etwas anderem: Heute gab es eine Abstimmung über ein Bürgerbegehren, welches sich gegen den Neubau einer Musikhalle in unseren finanziell alles andere als rosigen Zeiten ausgesprochen hat. Wird diesem stattgegeben, hat der Ratsbeschluss, in dem der Bau beschlossen wurde, mit sofortiger Ungültigkeit gestraft zu werden womit dann auch der Bau der „Halle für alle“ nicht durchgeführt wird. Als braver Bürger habe ich mich natürlich zur Abstimmung begeben (trotz der schlechten körperlichen Verfassung!) und meine Stimme abgegeben. Zum ersten Mal seit einer halben Ewigkeit habe ich mich wieder auf dem Gelände meiner alten Grundschule befunden, in der bei solchen Gelegenheiten unser „Wahlamt“ seinen Sitz hat. Also rein in den zu meinen Zeiten noch zu recht so genannten Neubau, vorgestellt und den Stimmzettel abgeholt. Die Sache ging ganz schnell, da es ja nur zwei Antwortmöglichkeiten gab, aber gut, selbst dann will die Wahl noch wohl überlegt sein. Meine Entscheidung werde ich hier allerdings nicht öffentlich machen, nicht umsonst sollen Wahlen ja unter anderem „geheim“ sein. Was ich allerdings lustig fand, war die Tatsache, dass ausgerechnet die Frau an der Urne die beste Stimmung unter den anwesenden Wahlhelfern hatte…

Freiheit

SunsetZumindest fast und auch erst nur vorläufig. Immerhin kann ich nun den schriftlichen Teil des Abiturs getrost abhaken, steht nur noch die mündliche Prüfung aus (und mit etwas Pech eine Nachprüfung in Mathe, aber gut, selbst Schuld…). Im Folgenden ein paar kleine Impressionen der Klausuren:

Erdkunde (11.04.)

Die Klausur wurde wie erwartet alles andere als schwer. Es gab drei Themen zur Auswahl, aber direkt das erste war bereits ein Volltreffer, Tourismus in Thailand (Phuket). Da wir das Thema als letztes im Unterricht hatten und es auch das einzige war, worauf ich mich wirklich vorbereitet hatte, habe ich es natürlich sofort genommen. Die anderen Themen waren in meinen Augen auch eher mau und nicht so wirklich mein Fall. Ich meine… „Der Seehafen Weimar im Transformationsprozess“ ist genauso wenig spannend wie die „stadtgeographische Entwicklung von Santiago de Chile“. Wobei ich nicht mal sagen kann, ob das wirklich die Themen waren, da ich sie nur kurz überflogen habe, um festzustellen, dass Phuket doch die beste Wahl wäre. Das hat sich dann anscheinend auch der komplette Kurs gedacht, von den knapp 25 Leuten hat nur ein einziger Santiago de Chile gewählt, alle anderen sind ebenfalls bei Phuket hängen geblieben. Da Erdkunde eh nur ein „Laberfach“ ist und die größte Herausforderung an sich nur darin besteht, die gegebenen Materialen in einen ordentlichen Sachzusammenhang zu bringen, sehe ich dem Ergebnis der Klausur mehr als gelassen entgegen.

Mathe (15.04.)

Hier steht die Sache schon ganz anders. In der Klausur, die der Lehrer ausgewählt hat, kamen natürlich genau die Themen dran, die ich in der Vorbereitung außen vor gelassen habe, in der Annahme, dass sie, wenn überhaupt, nur Teil einer kleinen Randaufgabe sein würden. Pustekuchen, es kam logischer Weise, wie es nach Murphy’s Law kommen musste: Diskussion einer e-Funktion und massig Hypothesentests im Stochastikteil der Klausur. Vorbereitet hatte ich mich hingegen nur auf normale Kurvendiskussionen und Vektorrechnung. Ein gutes Gefühl sieht anders aus und mit etwas Pech (wobei dieses „etwas Pech“ sehr wahrscheinlich ist) darf ich dank meiner überragenden Leistung in die Nachprüfung, will ich meine gute Vorbenotung rechtfertigen…

Physik (16.04.)

Hier sehen die Dinge wieder anders aus. Nach einer guten Erdkunde- und einer schlechten Matheklausur war wieder Zeit für eine Besserung des Niveaus. Und so war es dann auch wirklich. Neben ein bisschen Induktion kamen sowohl Optik als auch Atomphysik dran. Es waren zwar auch hier wieder hauptsächlich Themen, die mich bei der Vorbereitung nicht wirklich interessiert haben, aber diesmal war es nicht so schwer, sich alles zu erschließen oder herzuleiten, vor allem, da dankbarer Weise der Großteil der Klausur nicht aus Rechnungen sondern hauptsächlich aus Text bestand, da man meistens nur begründen musste, wie ein bestimmtes Phänomen zu erklären ist. Hier überwiegt also wieder ein positives Gefühl, was allerdings nach der Schlappe am Vortag auch bitter nötig war, um den Haussegen halbwegs in Ordnung zu halten.

Insgesamt lief also alles recht annehmbar, abgesehen von dem einen Ausrutscher in Mathe, aber gut, kann man jetzt auch nichts mehr dran ändern. Wobei, vielleicht doch. Da mit einer gewissen Regelmäßigkeit nur Themen drankamen, auf die ich suboptimal vorbereitet gewesen bin und die gelernten nicht interessierten… was wäre passiert, wenn ich echt alles gelernt hätte, auf alles vorbereitet gewesen wäre? Hätten die Klausuren dann keinen wirklichen Inhalt mehr gehabt und die Hauptaufgabe darin bestanden, seinen Namen richtig zu schreiben? Man weiß es nicht, aber vermutlich eher nicht… Na ja, jetzt noch die mündliche Prüfung in Französisch und dann ist erst mal wieder Ruhe was das Lernen angeht.

aus und vorbei

ABI 08Die komplette letzte Woche ist wieder einmal viel zu schnell vorbeigegangen, dabei hat es noch nie so viel Spaß gemacht, zur Schule zu gehen. Die letzte Schulwoche vor den Abiturprüfungen wurde nämlich traditionsgemäß als Mottowoche durchgeführt, Verkleidungen und Spaß bis zum Abwinken. Am Freitag dann der allerletzte Schultag überhaupt, der in angemessenem Rahmen mit einer gut 2-stündigen Feier beendet wurde, danach ging es ab zum Domplatz, wo ein riesiges Aufeinandertreffen sämtlicher Abiturienten stattfand. Als sich dann die Riesenmeute auf den Weg gemacht hat, durch die Stadt zu ziehen, war das Chaos einfach perfekt.

So toll die Woche auch war und so schön es auch ist, dass man sich morgens nicht mehr aus dem Bett quälen muss, um zur Schule zu gehen, so schade ist es doch auch, dass man viele von denen, mit denen man gestern noch schön gefeiert hat, so bald wohl nicht mehr (gar nicht mehr?) sehen wird. Dieser Umstand ist zwar noch nicht ganz realisiert, aber irgendwo stimmt er trotzdem traurig, ich kann verstehen, dass gestern einige Tränen in den Augen hatten, als wir lautstark unsern Abschied kundgetan haben. Wobei, so ganz geht man ja nie und die Woche wird sicher bei so manchem als eine der schönsten Wochen überhaupt in Erinnerung bleiben. Für mich trifft das auf jeden Fall zu.

Von daher möchte ich allen danken, die diesen Riesenspaß ermöglicht und/oder mitgemacht haben, ihr wart spitze und es war eine Superzeit mit euch! Auf dass man sich nochmal irgendwann in gleicher Stimmung wieder findet (wie wär’s mit dem Abiball?).

Jetzt heißt es aber erst noch die gute Stimmung ein bisschen zu konservieren und über die Klausurzeit zu retten, damit man was hat, worauf man danach aufbauen kann, bei Null anfangen muss ja nicht sein. Trotzdem ist es irgendwie doof, dass die Abiturprüfungen jetzt so „plötzlich“ kommen und in diese wunderbare Zeit reinplatzen…

Allen, die das hier lesen und demnächst selbst ran müssen, wünsche ich auf diesem Wege auf jeden Fall viel Glück und viel Erfolg auf dem letzten Stückchen Weg zum Abitur!


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