Archiv für Februar 2008

Wetter

raindropsWas soll das? Da ist tagelang das Wetter schön, aber es weht ein mies kalter Wind, der einen daran hindert, die Sonnenstrahlen in vollen Zügen zu genießen. Dann trete ich heute morgen aus der Tür und denke mir, dass es doch recht angenehm ist, eigentlich sogar viel zu mild, wenn man die Temperaturen der letzten Tage bedenkt. Aber gut, kann ja sein, beim Wetter weiß man ja nie so genau. Doch dann der fatale Fehler, ein Blick zum Himmel. Außer einer durchgehenden Wolkendecke sah man nichts und irgendwie drohte dieser Himmel mit Regen, komme was wolle. Der Regen kam dann auch, benetzte Feld und Flur und so manches Menschen Haupt. Was will das Wetter eigentlich von einem: Wenn es schön ist, ist es kalt, wenn es warm ist, regnet es. Wäre es ein Mensch, ich würde es zu einem Psychater schicken, in der Hoffnung, dass der was gegen diese scheinbare Schizophrenie unternehmen kann.

Oh, und ganz mies war der Duft nach nassem Hund heute im Bus, leider hatte er keinen Hund als Ursache. Bei so einem Wetter macht Bus fahren nun so gar keinen Spaß, da wäre fast laufen noch angenehmer, aber bei Regen laufen…?

Punkt

point

Geordnetes Chaos

World EggKann man Chaos ordnen, kann man Struktur in etwas bringen, was so frei von jedem System und jeder Logik ist? Nun, der Mensch versucht es zumindest, im Kleinen wie im Großen. Die Theoretiker packen das Leben in Formeln, die Normalsterbliche nur schwer oder gar nicht verstehen. Einstein suchte nach einer Weltformel und stellte die Relativitätstheorie auf. Mit seinen Errungenschaften lässt sich für den, der es versteht, das Universum erklären, Ordnung in dieses Chaos bringen. Ein Chaos ist es zweifelsohne, Milliarden von Sternen, verteilt auf einen unvorstellbar riesigen Raum. Im Kleinen erscheint das All noch verständlich, nehmen wir zum Beispiel unser Sonnensystem: Die Sonne im Mittelpunkt und um sie herum, auf festen Bahnen, die Planeten. Aber auch diese Ordnung, diese Auffassung, war nicht immer gegeben. Früher sah sich der Mensch mit der Erde im Mittelpunkt des Sonnensystems, alle andere Himmelskörper drehten sich um die Erde. Ein Beweis für die egozentrische Wahrnehmung des Menschen, getreu dem Motto „Ich denke, also bin ich“, in diesem Fall denke ich und alles andere, was da draußen ist, denkt nicht, wieso sollte es sich nicht um mich drehen, ich bin fähig zu denken, dem anderen überlegen, ich bin die Krönung, das Zentrum von allem. Falsch gedacht, inzwischen weiß man, dass die Erde nur einer unter vielen Planeten ist, die sich um die Sonne drehen. Und auch andere Phänomene außerhalb unseres Sonnensystems lassen sich mit Formeln und Gedankenspielen erklären.

Doch versagt dieser Versuch einer Ordnung im Kleinen, die Regeln und Gesetze, die im Großen gelten, haben für den Mikrokosmos keinerlei Bedeutung, sind null und nichtig. Neue Gesetze müssen her, um neue Phänomene zu erklären, neue Regelmäßigkeiten und Normen, an denen der Mensch in seinem Wunsch nach Ordnung festhalten kann. Trotz aller Versuche scheitert er im Kleinen, die Quantenphysik kann beschreiben, was passiert, aber selbst hier bleibt eine eindeutige Aussage aus, es gibt nur Vermutungen und Unwissenheit (Vgl. Schrödingers Katze).

„Wenn man die Natur einer Sacher verstanden hat, wird diese berechenbar.“ Aber warum strebt der Mensch nach Ordnung, will alles planen, über alles informiert sein, versucht, Ordnung in das Chaos Leben zu bringen? Dieses unglaubliche Kontrollbedürfnis, mag es seine Ursache in dem oben erwähnten egozentrischen Weltbild oder in etwas vollkommen anderem haben, ist zum Scheitern verurteilt. Eine vollständige, dem Ordnungsbedürfnis genügende Erklärung wird es nicht geben. Weder die Naturwissenschaften noch die Religion sind in der Lage, alle Phänomene zu beschreiben und zu erklären, es wird immer das Ungewisse geben, alles wird immer ein Stück weit Chaos bleiben, mag es noch so gut erforscht sein. Die Natur ist ein großes Rätsel und der Mensch steht nicht einmal am Anfang, sie zu verstehen und doch versucht er, ihr seinen Stempel aufzudrücken in dem er sie ordnet und in Schachteln steckt. Warum nicht in dem Chaos leben und sich von dem, was kommt, überraschen lassen, anstatt alles zu planen und die Ungewissheit, die Vorfreude auf Neues zu zerstören?

Bleiben 4…

Die einen werden die Anspielung verstehen, die anderen nicht. Aber das ist prinzipiell egal, was wirklich wertvolles steckt eh nicht dahinter.

student taking testAuf zum Thema und dem Bezug zum Titel: Nachdem heute die Abiturvorklausur in Mathematik geschrieben wurde, muss ich nur noch 4 Klausuren schreiben um der Schule endlich ein frohes „Auf nimmer Wiedersehen“ entgegen zu lachen. Anders als die letzten beiden Klausuren war die heute jedoch nicht lustig, nicht unterhaltsam und schon gar nicht dazu gut, ein gutes Gefühl zu hinterlassen. Beim ersten Lesen hab ich mir noch gedacht, dass ja alles recht einfach ist. War es wohl auch, wenn man sich so umgehört hat, wie es für die anderen lief. Ich will mich jetzt auch nicht beklagen, dass die Klausur trotzdem für mich zu schwer gewesen wäre, ich habe immerhin alle Aufgaben (für mich) logisch gelöst. Lediglich die Tatsache, dass die Lösungen sowie überhaupt die Lösungsansätze sich wie hinter einem grauen, undurchsichtigen Schleier versteckt hielten und einiges an Anstrengung nötig war, sie ans Tageslicht zu zerren, hinterlässt das eben beschriebene Gefühl des Unwohlseins in Bezug auf die Klausur.

Ich könnte das ja jetzt einfach auf meine Erkältung und das damit verbundene merkwürdig schwummerige Gefühl im Kopf schieben, aber das wäre zu einfach. Ich vermute eher, dass es am Lehrer liegt, der es schafft, so zu formulieren, dass die einfachsten Aufgaben schwer erscheinen, Mimikry auf höchstem Niveau also. Aber nein, dann hätten die anderen die Klausur nicht als leicht empfunden, wenn sie sich als schwer ausgegeben hätte… Pff, sei’s drum, die Klausur ist vorbei und wie sie lief werde ich ja demnächst erfahren.

Kurz was anderes: Auf dem Rückweg von der Schule nach Hause musste sich der Busfahrer mit seinem Bus auf einer an sich mehr als breiten Straße an einer langen Schlange von links-abbiegen-wollenden LKW vorbeiquälen, die teilweise zu größeren Teilen auf die normalen Spur ragten. Busse können mehr als langsam fahren, wenn der Fahrer es nur will und Angst um das gut 20m lange Schätzchen hat. Alternativ hätte er auch einfach warten können, bis die Ampel für die Linksabbieger grün wurde und die eh alle weggefahren wären.

Gleiches bei der Autofahrerin, die sich mit ihrem Twingo vor dem Supermarkt in einen winzigen Parkplatz gequetscht hat, direkt an der Hauptstraße und dann im Rückwärtsgang rein in die Lücke. Kaum stand sie auf ihrem Parkplatz kommt eine ältere Dame, guckt ein wenig belustigt, geht an dem Twingo vorbei und steigt in das davor parkende Auto ein.

Was lernen wir daraus? Das Leben könnte so einfach sein, wenn es nicht in der Natur des Menschen läge, sich unnötig alles zu verkomplizieren: „Das Leben ist hart und dann auch noch unfair“. Danke dafür!

Physik

Photoelektrischer EffektWer sagt, dass Physik ein trockenes, langweiliges Fach sein muss? Zumindest die Klausur heute brachte, neben einem bösen Erwachen, einiges an Heiterkeiten mit sich. Das böse Erwachen deshalb, weil natürlich genau das dran kam, was ich nicht gelernt hatte. Gut, ist größtenteils meine Schuld, weil ich mehreres nicht gelernt hatte, aber das im Prinzip das gleiche wie in der letzten Klausur dran kommt, damit hätte ich dann doch nicht gerechnet.

Lustig hingegen die Ablösungspolitik der Aufsicht führenden Lehrkörper: In den ersten beiden Stunden war der Leistungskurslehrer dran, alles bestens. Doch mit Beginn der dritten Stunde brach das Chaos aus (wenn man mal von den kleinen Kindern, die kreischend vor der Tür herumgerannt sind, absieht). Ablösung? Haben wir heute keine. Irgendwann hat sich der Chemielehrer erbarmt und eine Referendarin geschickt, um unseren Lehrer abzulösen, der ja immerhin selbst inzwischen irgendwo Unterricht gehabt hätte. Diese Referendarin hatte sich gerade gemütlich ans Pult gesetzt, da ging wieder die Tür auf. Der böse, bärtige Geschichtslehrer betritt den Raum, geht ans Pult und zack, wieder eine andere Aufsichtsperson. Er setzt sich hin, macht irgendwelchen Krams, notiert sich einiges, blättert durch Zettel… plötzlich geht wieder die Tür auf, nun betritt eine Spanischlehrerin die Szenerie, der nächste Lehrerwechsel steht an. Also wieder: Sachen packen, aufstehen rausgehen, der andere setzt sich hin, packt seine Sachen aus. Sollte damit alles vorbei sein? Nein, denn nach einiger Zeit öffnet sich erneut die Tür, diesmal ist es der Kollege, der auch wirklich als Aufsicht eingeteilt war. Damit hatte das Wechselspielchen endlich sein Ende gefunden und wir hatten unseren Spaß (manche mehr, andere weniger, aber was soll’s).

Jetzt ist Wochenende und Lernen angesagt, am Montag, Mittwoch und Donnerstag stehen leider bereits die nächsten Klausuren beziehungsweise Tests an. Ohne mich großartig beschweren zu wollen, aber: Wieso müssen eigentlich Klausuren immer so nah aufeinander folgen? Das Schuljahr ist sowas von lang und trotzdem drängelt sich alles auf 2-3 Wochen. Da ist einiges nachzuholen, Zentralabitur steht ja jetzt, dann können die Leute ihre Kompetenzen auf das nächste Problem richten. Aber an sich kann mir das ja egal sein, ich bin bald raus aus dem ganzen Chaos und irgendwo bin ich auch ein bisschen froh darüber. So weit, dass ich allerdings schon die Tage runterzähle, ist es noch nicht…

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