Gestern war ja, wie der aufmerksame Leser mitbekommen hat, unsere tolle Theatervorführung. Und endlich bin ich dieses Stück jetzt los, auch wenn unsere Kursleiterin auf die verrückte Idee kam, dass wir das Stück doch noch ein zweites Mal aufführen sollten. Die Frage ist nur: Wann? Im Dezember wäre es etwas ungeschickt, da da unser Kurs schon den „Sommernachtstraum“ von Shakespeare aufführt, zweimal wohlgemerkt! Im November wäre ein zweiter Termin wohl zu kurzfristig, um den Saal auch nur annähernd gefüllt zu bekommen. Und abschließend: Mit dem Beginn der Winterferien sowie den damit verbundenen Zeugnisausgaben ist der Literaturkurs für uns vorbei. Wenn wir also wirklich noch einmal auf die Bühne geprügelt werden sollten, wird es knapp.
Klingt das mit dem „auf-die-Bühne-prügeln“ eigentlich negativ? Falls ja, so schlimm war es dann auch wieder nicht, als dass man uns nun wirklich „prügeln“ müsste, aber wie gesagt, ich bin froh, dass ich das hinter mir hab und würde mich nur bedingt darüber freuen, wenn ich noch einmal mit diesem, zugegeben recht absurden Stück, auf der Bühne rumhampeln müsste.
Aber zu gestern Abend: Ich fand die Vorstellung gelungen, und das Feedback, das ich bis jetzt bekommen habe, war auch durchweg positiv. Um ehrlich zu sein, hätte ich damit nicht gerechnet, richtiger Zweifel kam mir dann besonders zu Anfang kurz vor meinem Auftritt. Zapo war bereits knappe 10 Minuten auf der Bühne, ist unter ein Tarnnetz gekrabbelt, hat Schwimmflügel aufgeblasen, gestrickt, lauter absurdes Zeugs halt, was man von einem Soldaten auf dem Schlachtfeld nie erwarten würde… kindlich-naiv eben, wie es die Roller verlangte. Und auch der Blick wurde vorher bis zur Perfektion geübt. Nicht umsonst war bereits der Anfang bei den Proben schon immer eine Lachnummer, allerdings im positiven Sinne von erheiternd. Doch bei der Vorführung gestern sah die Sache ganz anders aus. Aus dem Saal kam nichts außer einer Totenstille, wir standen draußen vor der Tür und mit jeder Minute, die das Lachen ausblieb, wurde nicht nur unsere Nervosität größer, sondern auch die Angst, totalen Schiffbruch mit dem Stück zu erleiden. Hinzu kam noch, dass die Tür, durch die wir den Raum betreten sollten, auf einmal von innen zugemacht wurde und von außen nicht mehr aufzubekommen war. Zum Glück haben wir das Problem aber noch rechtzeitig gelöst bekommen.
Wie froh war ich dann, als wir endlich im Saal waren. Kaum hatten wir ihn betreten nahm ich bereits einzelnes Gekicher wahr, was an unserer Erscheinung gelegen haben dürfte. Wir waren aber auch echt „leicht deplatziert“, ein älteres Ehepaar in feinstem Sonntagszwirn und dann auf einem dreckige Schlachtfeld im Krieg… Picknick im Felde eben. Aber bei diesem ersten Kichern habe ich mich so wohl gefühlt, der Kloß im Hals verschwand und einem gelungenen Auftritt stand nichts mehr im Wege. Das einzelne Gekicher hat im Verlaufe des Stücks dann zum Glück auch auf weitere Gäste übergegriffen, so dass an einigen Stellen wirklich Gelächter zustande kam. Und ich habe mich echt so was von über jede Regung des Publikums gefreut, insbesondere nach dieser riesigen Angst vor dem Auftritt.
Aber das ist ja jetzt, wie gesagt, durch, von kleinen technischen Problemen mit dem CD-Player abgesehen lief alles rund, die Texte saßen, den Walzer am Schluss haben wir ebenfalls gekonnt über die Bühne gebracht („Hat ihr Sohn dafür extra Tanzunterricht genommen?“), den Takt gehalten, was will man mehr? Garantiert nicht noch einmal dieses Stück vorführen! Schön wäre es jetzt ja, wenn damit auch das Theaterspielen generell für mich durch wäre, ist es aber nicht. Wie gesagt, unser Literaturkurs hat auch noch den „Sommernachtstraum“ in petto, auch hier habe ich wieder eine tragende Rolle. Doch statt einer Hauptrolle wie beim „Picknick im Felde“ darf ich mich nun mit einer mickrigen Nebenrolle zufrieden geben: der Wand. Eine Sprechrolle, wohl gemerkt! Eine, im wahrsten Sinne des Wortes, tragende Rolle…
So viel also dazu, in den nächsten Tagen wird es von meiner Seite aus eher still werden, es geht in die nächste Klausurphase, am Donnerstag ist, wie bereits erwähnt Hochschultag, und dann will auch noch mein Geburtstag gefeiert werden. Nicht traurig sein, vergessen werde ich euch trotzdem nicht, und bestimmt kommt dann auch irgendwann wieder mal ein Beitrag von mir.
Hm… überraschend lang geworden, der Beitrag, dafür, dass ich eigentlich nur „kurz was schreiben wollte“… Zeit, die ich eigentlich in Hausaufgaben für morgen hätte stecken sollen, die dann halt jetzt erledigt werden müssen. Gibt Schlimmeres…