Doping?

Und wieder ein Dopingfall bei der Tour de France. Diesmal haben sie Vinokourov dran bekommen (Tagesschau, 24.07.07). Es war auch zu überraschend, wie Vino nach dem Einbruch am Tag zuvor, wo er gut 28 Minuten Rückstand auf den Sieger hinnehmen musste (falls ich mich richtig erinnere), soll sein Sieg auf einmal vollkommen normal sein? Wer an einem Berg einbricht und bei der nächsten Etappe dann wie der Phönix aus der Asche wieder aufersteht und einen gänzlich ungefährdeten Sieg einfährt kann nicht ohne Doping unterwegs sein. Es war damals bei Landis so, Lance Armstrong musste sich mit Dopingvorwürfen rumschlagen, Bjarne Riis hat Doping gestanden, bei Vino ist es auch bewiesen (B-Probe steht allerdings noch aus), jetzt warte ich nur noch auf eine positive Probe von Rasmussen. In den Schlagzeilen war er ja schon, wenn auch nur auf Grund von verschwiegenen Trainigsorten. Auffällig geworden ist er auf jeden Fall…

Diese Tour zeigt, dass Radsport schwer sauber zu halten ist. Trotz Ehrenkodex und den Beteuerungen, fair zu bleiben und sich von Doping fernzuhalten klingen die negativen Schlagzeilen einfach nicht ab, dranhalten scheint sich, zumindest von den Fahrern, die vorne mitfahren, keiner. Schade, dass ein Millionenevent wie die Tour in einem Sumpf aus Unsportlichkeit versinkt und so den Ruf des gesamten Sports mitzieht. Jede bessere Leistung wird direkt mit Doping in Verbindung gebracht. Schade ist das ins Besondere für die, die ehrlich ihren Sport betreiben, sich keinen Vorteil verschaffen wollen, sei es durch Fremdblut oder was es sonst noch für Möglichkeiten gibt. Das es solche Leute gibt, unterstelle ich jetzt einfach mal ganz frech. die Welt kann doch nicht nur schlecht sein.

Ich glaube allerdings auch, dass es zumindest bei der Tour ein hausgemachtes Problem ist. Man kann von einem normalen Menschen einfach nicht verlangen, zweieinhalb Wochen täglich mehr als 200 Kilometer auf dem Rad unterwegs zu sein. Es ist ja nicht so, dass die Fahrer nur die Tour de France fahren, die gesamte ProTour umfasst mehrere Rundfahrten (neben der Tour de France den Giro d’Italia und die Vuelta a España) , die zwar alle nicht so extrem sind, wie die in Frankreich, aber über das Jahr doch an den Fahrern und ihren Kräften zehren. Um dann den Sponsoren gerecht zu werden und möglichst die hohen (?) Siegprämien einstreichen zu können, ist es klar, dass versucht wird, dem Körper auf die Sprünge zu helfen. Das Problem wird weder durch den Ehrenkodex der Fahrer noch durch verschärfte Kontrollen in Griff zu bekommen sein, die Veranstalter sollten sich eher überlegen, ob es nicht angebrachter wäre sich selbst an die Nase zu fassen und den Tourplan zu überdenken und die eine oder andere Kürzung an der Streckenlänge vorzunehmen. Möglichkeiten, die Strapazen zu entschärfen und vor allem die Tour auch wieder (nach menschlichem Ermessen) schaffbar zu machen, bieten sich bestimmt genug. Denn dass die Fahrer auch nur Menschen sind, kann niemand abstreiten, Menschen, von denen unmenschliches verlangt wird, die aber auch nicht über ihre körperlichen Einschränkungen hinauswachsen können, es aber doch versuchen, sei es, weil sie gerne im Rampenlicht stehen oder weil sie einfach nur ihr Geld haben wollen, oder, oder, oder…

Wie stand letztens ein Kommentar bei uns in der Zeitung? „Erwischt werden nur die Dümmsten der Dummen.“ Ich meine, erwischt werden irgendwann alle, und zwar immer mehr, je länger die Tour in der heutigen Form erhalten bleibt.

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