Auch wenn der Titel es etwas anders verheißt, fange ich nicht mit dem Abiball an, sondern eher mit einem Rundumschlag, der die letzten beiden Tage zusammenfasst. Mit wenigen Worten wäre das: Donnerstag und Freitag waren Tage, die zwischen himmelhochjauchzend und niedergeschlagen einzuordnen sind, von allem etwas also. Die Freude, da endlich das Kapitel Schule abgeschlossen ist, die Zeugnisse in der Hand gehalten werden dürfen und die ganzen Glückwünsche nun ihre schriftliche Berechtigung erhalten. Niedergeschlagen vor allem als Anspielung auf das eher schlechte Wetter der letzten Tage, aber auch ob der Tatsache, dass man manche Leute jetzt wirklich so bald nicht mehr sieht, wenn überhaupt. Bisher konnte man sich noch damit vertrösten, dass man sich ja am Abiball und der Zeugnisübergabe noch mal sieht, aber beide Ereignisse sind nun auch vorbei.
Um in der chronologisch richtigen Abfolge zu bleiben, beginne ich mit dem Gottesdienst am Donnerstag. Die meisten Leute hat man zum ersten Mal in feinem Zwirn gesehen, Anzüge und Kleider wohin das Auge blickte. Der Gottesdienst an sich war nett gemacht, auch wenn, getreu dem Motto unter dem er stand, Xavier Naidoos “WM-Meisterwerk” Dieser Weg durch das Gotteshaus schallte. Besser gefallen hat mir da dann doch der Auftritt unseres stufeneigenen Chores, der trotz allem, was ich im Voraus gehört habe, mehr als gut gesungen hat. Nach einigen Worten des Pfarrers, der Lehrer und Schüler und dem Erhalt wunderbarer kleiner Kerzen, die einem den weiteren Weg leuchten sollen (”Dein Wort ist wie ein Licht in der Nacht, das meinen Weg erleuchtet”, Psalm 119, 105) ging es raus aus der Kirch und rein in den Regen.
Der Weg von der Kirch zum Schloss, wo die Abiturszeugnisse überreicht werden sollten, gestaltete sich dank sintflutartiger Regenfälle mehr als schwierig, die meisten kamen dann auch schön durchnässt im Schloss an. Dort hatten dann die Spätankömmlinge das nächste Problem, da die meisten Sitzplätze schon belegt waren, aber auch dies hat sich letztendlich in Wohlgefallen aufgelöst und jeder wurde irgendwie untergebracht. Die folgenden gefühlten 10 Stunden waren dann erfüllt von Reden des Schulleiters, des Stufenkoordinators sowie des Eltern- und des Schülersprechers. Als dann endlich die einzelnen Kurse auf die Bühne gebeten wurden um die Zeugnisse abzuholen, war wenigstens jeder wieder halbwegs trocken. Unter Applaus für jeden einzelnen wurden die Zeugnisse überreicht und nach einem musikalischen Schlusschmankerl der schuleigenen Jazzband ging es nach Hause, jeder in der Hoffnung, noch etwas von dem Deutschlandspiel mitzubekommen, aber zu dem Zeitpunkt war die Mannschaft eh schon verloren und lag 2:0 hinten.
Am Freitag waren die Leute dann teilweise noch feiner gekleidet als am Tag zuvor, die Atmosphäre war gelockert und angenehm, trotz des steifen Zwirns. Ich kann mich hier nur noch mal bei allen Verantwortlichen (soweit sie das hier lesen) bedanken und hoffe, dass die anfängliche Hektik den Abend dann nicht zu sehr geprägt hat. Auch wenn zwischen dem Essen und der Übergabe der Geschenke an die Lehrer eine etwas große Pause auftrat, war es insgesamt relativ kurzweilig. Das mag auch daran gelegen haben, dass insbesondere die Lehrer lockerer waren als noch zu Schulzeiten und man sich angenehm mit ihnen unterhalten konnte.
Schlussendlich möchte ich mich bei allen entschuldigen, dass ich relativ früh gegangen bin obwohl sie alles dafür gegeben haben, mich da zu behalten, aber nicht verzagen, man sieht sich sicher irgendwann wieder.
Ich weiß nicht, was ich jetzt alles vergessen habe, aufzuzählen und zu erwähnen, aber Ergänzungen oder eigene Erfahrungen dürft ihr gerne in den Kommentaren kundtun, es ist ja nicht so, dass das hier geschriebene allgemein gültig ist und als einzig wahre Aussage stehen bleiben kann/soll/muss…