Wieder da

Nach gut drei Wochen melde ich mich zurück aus den (nicht immer so ganz) einsamen Gefilden Norwegens. Impressionen in Form von Bildern findet ihr wie gewohnt über die nächsten Tage verteilt auf deviantArt, allerdings steht mir vorher noch ein wahrer Sortiermarathon ins Haus, wenn die gut 650 Bilder auf die Kategorien “gefällt”, “mitelmässig” und “ab in die Tonne damit” verteilt werden müssen. Bevor das nicht hinter mich gebracht ist, bekommt ihr verständlicherweise auch noch keine Bilder zu sehen.

Ansonsten war der Urlaub richtig fein, wenn das Wetter mitgespielt hätte. Leider meinte aber Petrus ab der zweiten Woche, dass er sich einmischen muss und hat uns ähliches Wetter wie hier momentan beschert: grauer Himmel, wolkenverhangen, regnerisch. Die drei Wochen möchte ich trotz alledem nicht missen.

Eine kleine Ankündigung im Zusammenhang mit der langen Pause noch: Eigentlich hatte ich geplant, irgendwann gegen Mitte der Abwesenheit per Timestamp einen Beitrag zu veröffentlichen, hab das dann aber irgendwie vergessen im Stress vor der Abfahrt (wie so manch anderes auch). Da mir momentan die große Lust am Bloggen so wie relevante Themen mehr oder weniger fehlen, habe ich beschlossen, dass auch kürzere Beiträge durchaus ihre Berechtigung haben. Also nicht wundern, wenn demnächst nicht ganz so umfangreiche Meldungen von mir erscheinen.

Blabla

KommunikationJa, ich weiß, ein Titel sollte informieren und Anreize schaffen, weiter zu lesen. Da ich heute allerdings einfach mal in aller Kürze ein paar Gedanken und Ankündigungen sinnfrei zusammenschreiben wollte, trifft der Titel dann doch wieder irgendwo recht gut den Kern der Sache. Wirkliche Struktur sollte man lieber nicht erwarten, aber gut, die ist auch bei den bisherigen Beiträgen von mir im Voraus nie eingeplant gewesen.

Zuerst einmal ist mir in letzter Zeit deutlich geworden, was es bedeutet, nicht mehr zur Schule zu müssen. Von allen Seiten höre ich, dass außer langweilen - und damit verbunden dann übliche Methoden des Zeitvertreibs wie Fernsehen oder Internet - bei den meisten nicht viel angesagt ist momentan. Und wenn doch, dann treiben sich die Leute im Nachtleben rum, obwohl sie sich dauernd über chronischen Geldmangel beklagen. Andererseits habe ich jetzt erst festgestellt, was es für die soziale Interaktion bedeutet, einen Menschen nicht dauernd um sich zu haben, ihn nicht mehr fünf Tage die Woche zu sehen. In mancher Hinsicht hat sich das Verhältnis stark verschlechtert, das Verständnis füreinander ist dahin, teilweise so weit gehend, dass ich es gar nicht mehr schade finde, betreffende Personen nicht mehr so oft zu sehen. Die andere Seite der Medaille ist hingegen, dass ich selbst mit Leuten, mit denen ich vorher so gar nichts anfangen konnte, überraschend gut klar komme, seit ich mich nicht mehr tagein, tagaus mit ihnen rumschlagen muss. Wenn ich nur abwägen könnte, welche Seite überwiegt…

Durch das Geschreibe hab ich die restlichen “Gedanken” vergessen, womit dann nur noch die angekündigte Ankündigung übrigbleibt: Ab diesem Freitag befinde ich mich auf Tour gen Norden, in das abgeschottete und isolierte Norwegen. Nicht, dass ich Norwegen in irgendeinster Weise diskriminieren möchte, die Aussage bezieht sich lediglich darauf, dass ich dank des Urlaubs drei Wochen Ruhe vor dem hiesigen Umfeld habe, Internetlosigkeit etc. sei Dank. Und um ehrlich zu sein stört mich diese Tatsache nur äußerst begrenzt, aber darauf hätte man beim Lesen des Artikels auch selbst kommen können.

So, Schluss jetzt sonst wird wieder alles zu lang, dabei interessiert es doch eh kaum jemanden. Wem allerdings aufgefallen ist, dass sich ungewollt doch wieder so etwas wie eine Struktur in den Beitrag eingeschlichen hat, bekommt einen Gummipunkt oder wahlweise einen goldenen Stern.

Die 100

deutsche FußballnationalmannshaftSchon wieder steht ein Jubiläum an, diesmal ist es der einhundertste Beitrag in diesem Blog. Ursprünglich war zwar geplant, dass dieser auch auf den ersten Geburtstag fällt, aber irgendwie hat das dann doch nicht hingehauen. Anlässlich dieses runden Anlasses muss eigentlich ein gutes Thema her, das den Anforderungen vollauf genügt. Wirklich einfallen will mir da allerdings nichts, also greif ich einfach das Thema Nummer 1 dieser Tage auf: die Fußball-EM in Österreich und der Schweiz.

Wie an sich jeder mitbekommen haben sollte, findet heute Abend das richtungsweisende Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen die portugiesische statt. Richtungsweisend deshalb, weil der Verlierer nach Hause fahren darf, der Sieger hingegen seinem Traum vom Finale ein gutes Stück näher ist. Doch gerade vor dieser so wichtigen Partie sieht es nicht unbedingt gut aus, Frings mit einem Rippenbruch, Podolski mit Problemen an der Wade und Jogi selbst auf der Tribüne. Die Vorzeichen sind also alles andere als ideal, fallen doch zwei Leistungsträger auf dem Platz und der Hauptverantwortliche auf der Bank spontan weg. Zumindest was den Fall Löw angeht, wäre das meiner Meinung nach nicht nötig gewesen. Aber gut, wenn die UEFA unbedingt an ihrem Regelwerk festhält und seien die Ursachen noch so abwegig, dann kann man da auch nicht helfen. Ich halte es auf jeden Fall mit Frank Menke, der sich im ARD-Sportblog bereits ausführlich über die Sache geäußert hat.

Anders sieht die Sache bei den Portugiesen aus. Dank vorzeitiger Qualifikation als Gruppenerster konnten sie im letzten Gruppenspiel sämtliche Leistungsträger schonen und gehen damit topfit in die heutige Partie und wie man bereits in der Grupenphase teilweise gesehen hat, ist die Mannschaft nicht mehr nur durch Einzelleistungen stark sondern hat endlich auch begriffen, dass Fußball ein Mannschaftssport ist. Und immerhin haben sie ja den schönsten und wahrscheinlich besten Fußballer der Welt in iihren Reihen: Christiano Ronaldo. Umgekehrte Voraussetzungen also als bei den Deutschen.

Ob dann das Spiel heute Abend den Anforderungen gerecht wird, den 100. Beitrag zu feiern, werden wir ja sehen. Ich für meinen Teil vermutlich auf einer schicken Großleinwand beim sogenannten Public Viewing. Wollen wir hoffen, dass die ursprüngliche Bedeutung aus dem englischen, “öffentliche Aufbahrung“, nicht der Stern ist, unter dem das Spiel stehen soll. Das Wetter momentan macht allerdings auch nicht den Eindruck, als dürften wir heute großartiges erwarten, grauer Himmel und ein kühler Wind. Ich drücke jedenfalls Deutschland die Daumen, frei nach dem Motto “Jetzt erst recht!”

The Internet

TourenwagenrennenDass das Internet schnelllebig ist, bekommt man nicht erst beim Schreiben einer Facharbeit oder Vergleichbarem mit, wenn man vor dem Problem steht, dass Zitate aus dem Internet von einem Tag auf den anderen plötzlich einfach so verschwinden. Nicht umsonst gibt es im Internet (!) ganze Abhandlungen über das Thema und es werden einem von den Lehrern oder Professoren eine Menge Ratschläge und Vorgaben diesbezüglich mitgegeben. Sich mit so etwas dann rumschlagen zu müssen ist nicht schön, abgesehen davon, dass es sowieso nicht gern gesehen wird, aus dem Internet zu zitieren. Immerhin kann man sich doch auch Fachliteratur in jeder Bibliothek besorgen und ist somit vor den Fallen des Wandels gefeit.

Doch auch abseits von der Schule, des Studiums oder der Ausbildung fällt so etwas immer wieder auf. Webseiten, die man noch vor Kurzem besucht hat, spucken nur noch Fehlermeldungen aus oder bieten einem die Domain zum Kauf an. Selbst Dienste, die man häufig nutzt, ändern ihr Äußeres, ihr Auftreten oder einfach mal gleich ihren Namen und damit die Domain. Konstanz wird im Internet kleingeschrieben und interessiert ansonsten nur als Stadt am Bodensee. Blogschreiber nehmen ihre Blogs vom Netz, manche erleben einen zweiten Frühling, andere haben selbst den schon hinter sich und verabschieden sich auf unbegrenzte Zeit aus der Blogosphäre. Als krassen Gegensatz dazu gibt es dann noch die Blogs, die seit Monaten brachliegen und keine neuen Einträge mehr spendiert bekommen. Hier wurde aus Schnelllebigkeit Stillstand und die Konstanz zum Status Quo, zumindest so lange, bis die Domain aufgegeben wird oder der Platz auf dem Server anderweitig genutzt wird (Blog kann hier nach Belieben auch durch Website ersetzt werden).

Bedauerlicher als dies ist es aber, wenn ein Dienst, den man selbst häufig nutzt und sehr schätzt, aus Zeitmangel aufgegeben wird. Gemeint ist der Bildhoster meines Vertrauens, der zum 1.7. seine Pforten schließt, da die zuständige Person die Zeit für die Verwaltung nicht mehr aufbringen kann. Es ist natürlich verständlich, aber trifft/traf mich umso härter, als dass neben einigen Bildern, die auch hier im Blog eingebunden sind und die nun einen neuen Platz suchen, auch der Jabberservice eingestellt wird. Aber gut, damit muss man rechnen in diesen Zeiten. Ich gehe jetzt erst mal Bilder neu verlinken, wenn nach dem 1.7. noch wer fehlende Bilder zu beanstanden hat, immer her mit dem Tipp, vorerst möchte ich nämlich wenigstens in diesem kleinen Teil des Internets für Konstanz sorgen.

Abiball

TanzballAuch wenn der Titel es etwas anders verheißt, fange ich nicht mit dem Abiball an, sondern eher mit einem Rundumschlag, der die letzten beiden Tage zusammenfasst. Mit wenigen Worten wäre das: Donnerstag und Freitag waren Tage, die zwischen himmelhochjauchzend und niedergeschlagen einzuordnen sind, von allem etwas also. Die Freude, da endlich das Kapitel Schule abgeschlossen ist, die Zeugnisse in der Hand gehalten werden dürfen und die ganzen Glückwünsche nun ihre schriftliche Berechtigung erhalten. Niedergeschlagen vor allem als Anspielung auf das eher schlechte Wetter der letzten Tage, aber auch ob der Tatsache, dass man manche Leute jetzt wirklich so bald nicht mehr sieht, wenn überhaupt. Bisher konnte man sich noch damit vertrösten, dass man sich ja am Abiball und der Zeugnisübergabe noch mal sieht, aber beide Ereignisse sind nun auch vorbei.

Um in der chronologisch richtigen Abfolge zu bleiben, beginne ich mit dem Gottesdienst am Donnerstag. Die meisten Leute hat man zum ersten Mal in feinem Zwirn gesehen, Anzüge und Kleider wohin das Auge blickte. Der Gottesdienst an sich war nett gemacht, auch wenn, getreu dem Motto unter dem er stand, Xavier Naidoos “WM-Meisterwerk” Dieser Weg durch das Gotteshaus schallte. Besser gefallen hat mir da dann doch der Auftritt unseres stufeneigenen Chores, der trotz allem, was ich im Voraus gehört habe, mehr als gut gesungen hat. Nach einigen Worten des Pfarrers, der Lehrer und Schüler und dem Erhalt wunderbarer kleiner Kerzen, die einem den weiteren Weg leuchten sollen (”Dein Wort ist wie ein Licht in der Nacht, das meinen Weg erleuchtet”, Psalm 119, 105) ging es raus aus der Kirch und rein in den Regen.

Der Weg von der Kirch zum Schloss, wo die Abiturszeugnisse überreicht werden sollten, gestaltete sich dank sintflutartiger Regenfälle mehr als schwierig, die meisten kamen dann auch schön durchnässt im Schloss an. Dort hatten dann die Spätankömmlinge das nächste Problem, da die meisten Sitzplätze schon belegt waren, aber auch dies hat sich letztendlich in Wohlgefallen aufgelöst und jeder wurde irgendwie untergebracht. Die folgenden gefühlten 10 Stunden waren dann erfüllt von Reden des Schulleiters, des Stufenkoordinators sowie des Eltern- und des Schülersprechers. Als dann endlich die einzelnen Kurse auf die Bühne gebeten wurden um die Zeugnisse abzuholen, war wenigstens jeder wieder halbwegs trocken. Unter Applaus für jeden einzelnen wurden die Zeugnisse überreicht und nach einem musikalischen Schlusschmankerl der schuleigenen Jazzband ging es nach Hause, jeder in der Hoffnung, noch etwas von dem Deutschlandspiel mitzubekommen, aber zu dem Zeitpunkt war die Mannschaft eh schon verloren und lag 2:0 hinten.

Am Freitag waren die Leute dann teilweise noch feiner gekleidet als am Tag zuvor, die Atmosphäre war gelockert und angenehm, trotz des steifen Zwirns. Ich kann mich hier nur noch mal bei allen Verantwortlichen (soweit sie das hier lesen) bedanken und hoffe, dass die anfängliche Hektik den Abend dann nicht zu sehr geprägt hat. Auch wenn zwischen dem Essen und der Übergabe der Geschenke an die Lehrer eine etwas große Pause auftrat, war es insgesamt relativ kurzweilig. Das mag auch daran gelegen haben, dass insbesondere die Lehrer lockerer waren als noch zu Schulzeiten und man sich angenehm mit ihnen unterhalten konnte.

Schlussendlich möchte ich mich bei allen entschuldigen, dass ich relativ früh gegangen bin obwohl sie alles dafür gegeben haben, mich da zu behalten, aber nicht verzagen, man sieht sich sicher irgendwann wieder. ;)

Ich weiß nicht, was ich jetzt alles vergessen habe, aufzuzählen und zu erwähnen, aber Ergänzungen oder eigene Erfahrungen dürft ihr gerne in den Kommentaren kundtun, es ist ja nicht so, dass das hier geschriebene allgemein gültig ist und als einzig wahre Aussage stehen bleiben kann/soll/muss…

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